• Sarah Lämmli

THE TRUE COST.


Das Thema "FairFashion" steht ganz weit oben auf der Liste. Auf der Liste von meinem JUICY BLOG, wenns darum geht Klarheit und Durchblick zu schaffen - und ganz einfach aufzuräumen und jetzt vielleicht auch auszuräumen.

Weil ich im Kino nicht mehr ruhig sitzen konnte und schon während der Aufzeichnung Notizen kritzelte, kam dieser Artikel zustande. Das ist heute mein Filmtipp für dich!


Dies ist ein Dokumentarfilm, eine Geschichte über Kleidung. Über die Kleidung, die wir tragen, die Menschen, die sie machen und die weltweiten Auswirkungen der Industrie, welche sie herstellt.

Ein Pullover oder eine Hose für 10 Franken, ein Shirt für 5 – oft geht man in Kleidungsgeschäfte und ist begeistert und erfreut darüber, wie billig die neueste Mode bei uns zu haben ist.

Doch wie kann es sein, dass Kleidung bei uns so wenig kostet?

Der Film "THE TRUE COST – Der Preis der Mode" macht sich auf die Suche und verfolgt eindrucksvoll den Weg, den die Kleidung macht, bevor sie zu uns ins Geschäft kommt. Mit dem Augenmerk auf die verheerenden Auswirkungen der modernen "Fast Fashion"-Textilindustrie. Die Konsequenzen dieses Fast-Fashion-Wahnsinns zeigt Regisseur Andrew Morgan auf. Er war in 13 Ländern unterwegs, um zu filmen, wer den tatsächlichen Preis eines bei uns 5Franken billigen T-Shirts zahlt. Sein Film konfrontiert uns unter anderem mit Textilarbeitern aus Ländern wie Bangladesch und Kambodscha, die zu Hungerlöhnen unsere Klamotten nähen, und Kindern, die unter geistiger Behinderung leiden, weil die indischen Baumwollfelder mit hochgiftigen Pestiziden besprüht werden. THE TRUE COST zeigt die Kette auf: Die Ausbeutung von Mensch und Natur, die hinter den Preisen steckt, ist erschreckend. Ebenso erschreckend ist die Verdrängung dieser Tatsache in der westlichen Welt. Und während man noch darüber nachdenkt, wie viele Kleidungsstücke aus unbesprühter Biobaumwolle man eigentlich besitzt, versorgt Morgan uns bereits mit weiteren deprimierenden Fakten über die Modebranche. Zum Beispiel, dass sie direkt nach der Ölindustrie der größte Umweltverschmutzer ist. Es gibt kaum einen Markt, bei dem Schein und Realität so weit auseinander liegen wie bei der Bekleidungsindustrie. Der Film zeigt die erschütternde Wahrheit: Die Kosten für unsere Kleidung müssen andere bezahlen. Wenn man darüber nachdenkt, wir schreiben das Jahr 2018: und wir lassen das Leben anderer links liegen.

Dadurch, dass Andrew Morgan den Millionen Textilarbeitern Gesichter und Namen gibt, gehen die Szenen zurecht echt unter die Haut. Und dadurch, dass er am Beispiel eines erfolgreichen öko-fairen Modelabels zeigt, dass Alternativen zu Fast Fashion existieren - und vor allem dadurch, dass er unkommentiert die Exzesse westlichen Konsumverhaltens ausstellt.

Hut ab und grazie mille Mr. Morgan für diesen bewundernswerten Film!


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